Erste Schritte hin zu einer inklusiven Kultur
mit Dr. Bryan Berrett und Walt Hebern

Kontext der Universität: „Für den Erfolg von Studierenden und Lehrenden“

Die California State University, Fresno, im kalifornischen Central Valley bietet mehr als 22.000 Studierenden mit unterschiedlichem kulturellen und sprachlichen Hintergrund eine höhere Bildung. Als Teil unseres universitätsweiten Engagements zur Gewährleistung einer gerechten und integrativen Lernumgebung für alle Studierenden unterstützt unser Center For Faculty Excellence (CFE) die Lehrenden dabei, neue Technologien zur Verbesserung des Lehrens und Lernens zu nutzen. Unsere Arbeit mit den Lehrkräften schafft bewusst Möglichkeiten zur Bildung eines gewissen Bewusstseins und stellt strategisch Schulungen bereit, um das Wissen der Lehrenden und ihre Fähigkeiten zur Korrektur von Kursmaterialien zu erweitern.

Ziele für Ally: Entwickeln von Veränderungsprozessen

Um eine integrativere Universität zu werden, reicht es nicht einfach aus, die Probleme bei der Barrierefreiheit in den Kursdateien zu beheben. Es erfordert einen kulturellen Wandel, bei dem die Lehrenden von Anfang den Aufbau eines universellen Designs für Lernprinzipien und Best Practices für die Barrierefreiheit in ihren Kursen umsetzen.

Um diesen Kulturwandel an der Fresno State voranzutreiben, haben wir Ally als Werkzeug übernommen, mit dem die Lehrenden Probleme mit der Barrierefreiheit in ihren Kursen erkennen und beheben können und dabei aus erster Hand erleben, wie barrierefreie Inhalte zu alternativen Formaten mit hoher Qualität führen, von denen alle Studierenden profitieren können. Ganz wichtig für diese Veränderungsprozesse ist es, dass das CFE in den letzten drei Jahren eine Atmosphäre der Unterstützung und des Vertrauens bei den Lehrenden aufgebaut hat. Bei der Organisation unseres Ally-Pilotprojekts wollten wir die effektivsten Prozesse zur Modifizierung vorhandener Materialien und zur Weiterbildung unserer Lehrkräfte zum Erstellen von barrierefreien Dateien erlernen.

Um Best Practices voranzutreiben, haben wir in den Gesprächen mit den Lehrkräften das Hauptaugenmerkt auf ein universelles Design für das Lernen, die Selbstwirksamkeit und die Inklusion gelegt. Darüber hinaus wollten wir auch Feedback von den Studierenden zu ihrer Nutzung von alternativen Formaten und ihrer Zufriedenheit mit der Qualität der Formate sammeln. Einen Befürworter auf der obersten Ebene in akademischen Angelegenheiten zu haben, war ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil unseres Kommunikationsplans.

Ally bietet eine Plattform, von der aus wir Gespräche mit den Lehrenden darüber führen können, wie leicht es ist, Änderungen an ihren Kursmaterialien und ihrer Pädagogik vorzunehmen, die sich deutlich auf den Erfolg der Studierenden auswirken können.“ – Dr. Dennis Nef, Vice Provost

Implementierungsstrategie: Dokumentieren des Fortschritts

An dem Pilotprojekt im Frühjahr 2018 nahmen 43 Kurse teil. Während des Pilotprojekts haben wir akribisch die Zeit dokumentiert, die auf die Korrektur von Dateien aufgewendet wurde, haben unsere Anstrengungen in Bezug auf die berufliche Weiterbildung besser abgestimmt und haben die teamübergreifende Zusammenarbeit weiterentwickelt. In Workshops haben wir die Analogie eines Rettungsschwimmers mit einem Fernglas verwendet, der die Sicherheit im Wasser überwacht, um den Zweck der farbigen Indikatoren von Ally bei der Überwachung der Barrierefreiheit in der Lernumgebung zu erläutern. Wir haben die automatische Erstellung alternativer Dateiformate als zusätzliche Ressourcen hervorgehoben, die alle Studierenden zum besseren Zugriff auf Kursinhalte nutzen können – ein Kernprinzip von UDL.

Indem wir die Kursleiter dabei unterstützt haben, Probleme mit der Barrierefreiheit in ihren Kursdateien zu beheben, konnten 50 % der Kurse des Pilotprojekts in weniger als vier Stunden erfolgreich geändert werden.

Bei der Vorbereitung auf unseren Pilotprojekt haben wir auch an mehreren Veranstaltungen von Blackboard in Hinblick auf Dienstleistungen zur Barrierefreiheit teilgenommen, darunter an einem Train-the-Trainer-Workshop, um Ideen für die berufliche Weiterentwicklung zu sammeln, und eine Strategieberatung zur Entwicklung eines Kommunikationsplans. Das Sammeln von Feedback zu unseren Ideen und Prozessen hat die verschiedenen Elemente unserer Strategie in den Fokus gerückt und uns klar gemacht, dass alle an der Universität an einem Strang ziehen müssen, von der Führung bis hin zu den Studierenden.

Bewertung und Ergebnisse: Veränderung ist möglich (und komplex)

Unsere Umfrage unter den Studierenden, die an den Kursen des Pilotprojekts teilgenommen haben, hat ergeben, dass von den Studierenden, die auf die alternativen Dateiformate zugegriffen haben, 89 % entweder sehr zufrieden oder etwas zufrieden mit den Downloads des alternativen Formats waren. Die Teilnehmer berichteten, dass ein schlechter Zugriff über mobile Geräte eines der häufigsten Hindernisse beim Zugriff auf den Inhalt war, und es gab auch Studenten, die die Formate während des Pilotprojekts nicht verwendeten, was teilweise daran lag, dass sie nichts von der Verfügbarkeit dieser Formate wussten. Die Teilnehmer wiesen zudem auf pädagogische Barrieren für die Inhalte hin, beispielsweise eine schlechte Kursorganisation.

Mithilfe der CSV-Exporte der Institutionsberichte von Ally legten wir eine Grundlinie für die Barrierefreiheit von Kursen fest und konnten mit der Zeit eine Verbesserung bei den Dateiproblemen feststellen. Die durchschnittliche Bewertung der Barrierefreiheit verbesserte sich bei den 43 Kursen von 38 % auf 77 %. Bei den Kursdateien dauerte es fünf Minuten bis zu über einer Stunde, um Probleme mit der Barrierefreiheit zu beheben. Gescannte PDFs benötigten dabei die meiste Zeit. Wir haben auch Dateien ermittelt, die nicht barrierefrei gemacht werden konnten, ohne ihre Bedeutung für andere zu beeinträchtigen, beispielsweise Infografiken oder Dateien, die komplexere Lösungen erfordern, wie etwa Musiknoten.

Ally bietet Fresno State ein ausgezeichnetes Tool, das uns über die ADA-Compliance hinaus und auf den Weg zum universellen Design bringt. Die vielen alternativen Formate, die über Ally verfügbar sind, geben den Studierenden hervorragende Optionen für den Zugriff auf Kursmaterialien.“ – Dr. Rudy Sanchez, Associate Vice President for Faculty Affairs

Indem wir Ally und UDL in unsere Schulungen einbeziehen, beobachten wir auch, wie Kursleiter die Barrierefreiheit aktiver verfolgen. Im Vergleich zu den 67 Kursen im Sommersemester, die mit einer durchschnittlichen Bewertung der Barrierefreiheit von 50 % begannen, beginnen die 58 Kurse, die derzeit von unserer geschulten DISCOVERe-Fakultät neu gestaltet werden, bereits mit einer durchschnittlichen Bewertung der Barrierefreiheit von 67 %. Durch die Ally-Schulung haben 60 neue Lehrkräfte insgesamt 171 Kurse, die mit einer durchschnittlichen Bewertung der Barrierefreiheit von 75 % im Wintersemester 2018 gestartet sind.

Hilfreiche Erkenntnisse: Barrierefreiheit zur alltäglichen Praxis machen

Ally und inklusives Kursdesign sind jetzt in den Onboarding-Prozess für unsere neuen Lehrkräfte einbezogen, der sechs Tage Training und die Option für zwei weitere Lerntage umfasst. Wir möchten, dass die Methoden der Barrierefreiheit zu einem natürlichen Bestandteil des Arbeitsablaufs eines jeden Kursleiters werden. Wenn sie einem Dokument Überschriften oder einem Bild alternativen Text hinzufügen, denken sie bereits darüber nach, ob diese Schritte ein wesentlicher Bestandteil der Bereitstellung einer qualitativ hochwertigen und personalisierten Lernerfahrung sind. Um kulturellen Wandel zu schaffen, benötigen wir zunächst einen tiefen Einblick in die vorhandene Kultur, und unsere Bemühungen im CFE, die Bedürfnisse der Lehrenden zu erkennen, haben dazu beigetragen, dieses Verständnis und Vertrauen zu entwickeln. Indem Sie Ihr Ally-Pilotprojekt nutzen, um sich über die Ansichten und Fähigkeiten der Lehrenden in Bezug auf die Barrierefreiheit zu informieren und den Prozess zur Inhaltskorrektur zu analysieren und zu verbessern, können Sie den Grundstein für einen solchen kulturellen Wandel legen, bei dem die Kursleiter diese Aufgaben zur Barrierefreiheit nicht mehr als lästige Aufgabe ansehen, sondern als einen grundlegenden Bestandteil für das Lernen und den Erfolg der Studierenden begreifen.