Datengestützte Strategien für inklusives Lernen
mit Eric Kunnen, Assoc. Director, eLearning & amp; Neue Technologien

Kontext der Universität: Säulen der Inklusion und Gerechtigkeit

Die Grand Valley State University (GVSU) wurde vor kurzem von den US-amerikanischen Nachrichten und dem World Report als eine der führenden öffentlichen regionalen Universitäten im mittleren Westen genannt. Die Universität ist sehr darum bemüht, den fast 25.000 Studierenden anhand einer Vielzahl von Programmen und Initiativen einen inklusiveren Campus zu bieten. Die formulierte Vision und die Wertaussagen der Universität stellen ihre Bemühungen heraus, eine inklusiven Lernumgebung für alle Studierenden zu bieten. Die Abteilung für Inklusion und Gerechtigkeit (Division of Inclusion and Equity) koordiniert einen ADA Advisory Council, der Studierende, Lehrende und Mitarbeiter umfasst, die sich während des Jahres treffen, um Strategien zu diskutieren, mit denen Mitglieder der Universitätsgemeinschaft mit Behinderungen besser unterstützt werden können. Jedes Jahr veranstaltet der Campus einen Teach-In mit Schwerpunkt auf Diskriminierungsfragen im Zusammenhang mit Rasse, Ethnizität, Ausdruck der Geschlechtlichkeit, sexueller Orientierung, Fähigkeiten und Kursen, um im Universitätsleben das Gespräch in Bezug auf die Bedeutung von Inklusion und Gerechtigkeit zu fördern.

Ziele für Ally: Bewusstsein, Fähigkeit und Einsicht

Der Fernunterricht wird an der Universität mit mehr als 5.000 Anmeldungen in Online- und Hybridkursen pro Semester weiter ausgebaut. Darüber hinaus verzeichnet die GVSU eine Zunahme bei der Verwendung von offenen Bildungsressourcen sowie die zunehmende Akzeptanz digitaler Unterrichtsmaterialien durch fast 1.800 Lehrende. Diese Anforderungen und die weitere Betonung der ADA-Compliance stellen spezielle Herausforderungen für die Mitarbeiter im Bereich eLearning und Emerging Technologies und Disability Support Resources (DSR) dar, die mit der Unterstützung der Lehrenden und der Ermittlung der Lernbedürfnisse der Studierenden betraut sind. Der Unterstützung der Barrierefreiheit konzentriert sich auf die 1.600 Studierenden an der GVSU, auf die Lehrenden und die Mitarbeiter, die sich beim DSR-Büro registriert haben. Es ist jedoch eine der wichtigsten Prioritäten der Universität sicherzustellen, dass alle Studierenden die gleichen Chancen bei der digital vermittelten Lernerfahrung haben. Der Akademische Senat der GVSU hat eine Taskforce zur Barrierefreiheit eingerichtet, um die bestehenden Hindernisse zu untersuchen, mit denen sich die Lehrenden und Studierenden konfrontiert sehen, und um Empfehlungen für die gemeinsame Entscheidungsfindung in Fragen der Barrierefreiheit geben zu können, beispielsweise bei der Ausarbeitung von Leitfäden für untertitelte Medien zur Unterstützung der Richtlinie zur Barrierefreiheit im Internet der Universität.

Die Indikatoren von Ally stellen eine erste Einführung zum Verständnis einer viel größeren kulturellen Veränderung dar: Eine Abkehr von der Idee, allein eine gesetzlich vorgeschriebene Norm erfüllen zu müssen, hin zu einer gleichberechtigteren Behandlung aller. Im umfassenderen Sinne bedeutet dies, dass wir alle an der Universität noch viel zu tun haben, um der Inklusion den Weg zu ebenen. – Hunter Bridwell

Ally wurde eingeführt, um Probleme mit der Barrierefreiheit von Kursdateien zu beheben. Hierbei standen drei Ziele im Vordergrund: 1) Sensibilisierung der Lehrenden, wie wichtig Barrierefreiheit und das Universal Design for Learning (UDL) für alle Studierenden ist, 2) die Kapazitäten der Lehrenden zur Erstellung barrierefreier Inhalte aufbauen, und 3) die Einsicht auf institutioneller Ebene fördern, um sicherzustellen, dass Kursinhalte den Normen für Barrierefreiheit entsprechen.

Implementierungsstrategie: Gezieltes Messaging und Unterstützung

Nach den zwei Monaten, die die Implementierung und das Vorbereiten des Rollouts von Ally in Anspruch nahmen, wurde Ally allen Lehrenden und Studierenden am 21. Juni 2018 verfügbar gemacht. Das Rollout von Ally im Sommer ermöglichte uns, mit einer geringeren Anzahl von Kursen zu beginnen, um die Reaktion der Lehrenden besser einschätzen und die Unterstützungs- sowie Schulungsangbote besser abstimmen zu können. Das anfängliche Messaging umfasste E-Mail-Newsletter, Social Media- und Blog-Highlights sowie eine Kampagne zur Förderung des Blackboard Learn-Portals. Ally und Panopto (für die Video-Untertitelung) wurden im Wintersemester 2018 erstmals im Rahmen der neuen Lehrendenorientierung beworben. Darüber hinaus sind diese Anwendungen Bestandteil einer obligatorischen Schulung für die Lehrkräfte, für die das Online-Lehren noch neu ist.

Anhand unseres institutionellen Berichts haben wir unsere drei häufigsten Probleme bei der Barrierefreiheit identifiziert: fehlende Dokumentenüberschriften, Bilder ohne alternative Beschreibungen und Dokumente mit Kontrastproblemen. Als Ergänzung zum Ally Instructor-Feedback haben wir Tipp-Dokumente und Schulungen erstellt, die auf diese speziellen Probleme eingehen. In unserem Rollout haben wir auch frühzeitig eine Umfrage unter den Kursleitern veranlasst, damit wir Feedback erhalten und besser verstehen, wie die Lehrenden auf die Ally-Indikatoren reagiert haben, damit wir unsere Unterstützung und das Messaging verbessern können.

Im nächsten Semester plant das Team, anhand der Berichts- und Nutzungsdaten von Ally einen freundschaftlichen Wettbewerb zwischen den Abteilungen zu entfachen, bei dem die Abteilung mit den meisten Verbesserungen ein kleines Studentenstipendium in ihrem Namen erhält und so ihre Bemühungen um ein inklusiveres Lernen gewürdigt werden.

Bewertung und Ergebnisse: Demonstration der Wirkung mit Daten

Das kontinuierliche Messaging zu den alternativen Formaten von Ally hat dazu geführt, dass sich dies allmählich unter den Studierenden herumspricht. Die Studentenzeitschrift hatte vor Kurzem einen Artikel auf der ersten Seite: „Blackboard Ally provides resources to improve accessibility.“ (Blackboard Ally bietet Ressourcen zur Verbesserung der Barrierefreheit). Ein Ergebnis dieses gestiegenen Bewusstseins war es, dass sich mehr Lehrende für unsere Workshops zu Barrierefreiheit und UDL angemeldet haben.

Die Ally-Nutzungsdaten haben uns auch dabei unterstützt, unsere Messaging-Kampagnen an der Universität zu verbessern. Seit dem Start im Sommer haben sich die Kursleiter 3.100-mal in über 1.200 Kursen mit den Ally-Indikatoren beschäftigt, und 138 Lehrkräfte haben an über 460 Dateien Korrekturen vorgenommen. Durch die im Institutionsbericht enthaltenen Daten konnten wir uns mit den Lehrkräften kurzschließen, die ihre Kursdateien verbessert und Bemühungen für ein inklusiveres Lernen gezeigt haben. In Zukunft wird das eLearning- und Emerging Technologies-Teams den Lehrkräften Unterstützung und Ermutigung zur Umsetzung von UDL-Prinzipien in ihren Kursen anbieten.

Bis heute haben die Studierenden über 6.800 alternative Formate in 1.150 Kursen heruntergeladen. Wir geben diese Daten an die Lehrkräfte und die Verwaltung weiter, um den Einfluss von Ally auf die Lernerfahrung der Studierenden zu demonstrieren.

Hilfreiche Erkenntnisse: Eine skalierbare Lösung

Der Versuch, an einer Universität mit fast 25.000 Studierenden und 1.800 Lehrenden Veränderungen zu bewirken und den Einfluss einer neuen Technologie zu skalieren, erfordert einen strategischen und kreativen Ansatz. Wenn es um die Barrierefreiheit von Kursinhalten in Blackboard geht, sind detaillierte Informationen zu vorhandenen Problemen und Fortschritte möglicherweise nicht ohne weiteres sichtbar, sodass es oft zu einer Situation nach dem Motto „Aus den Augen, aus dem Sinn“ kommt. Ohne Informationen zur Barrierefreiheit kann das Entwerfen und umsetzen effektiver Strategien noch schwieriger werden. Anhand der Einblicke in die Barrierefreiheit und die Nutzung von Ally kann die GVSU Daten effektiver nutzen, um sowohl eine bessere Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben als auch die Wirkung zu demonstrieren. Auf diese Weise wird die weitere Akzeptanz vorangetrieben und so eine nachhaltige und skalierbare Feedback-Schleife geschaffen. Indem sich greifbare Ergebnisse anhand der Anzahl von Downloads alternativer Formate und der Korrekturen durch Lehrkräfte zeigen lassen und indem diese Ergebnisse in ein kreatives Messaging übernommen werden, das über die verschiedenen Kanäle einer großen Institution reicht, kann dies dazu beitragen, die Dynamik auf dem Weg zu einer inklusiveren Universität für alle Studierenden zu stärken.